Mit NI-LastCopies (Oktober 2022 bis September 2024) und bwLastCopies (September 2019 bis Dezember 2021) haben zwei Projekte stattgefunden, in denen es um die Bestandssicherung seltener Exemplare in Wissenschaftlichen Bibliotheken eines Bundeslandes geht in Zeiten des wachsenden Platzbedarfs und der damit verbundenen Aussonderung von Beständen.
In einem ersten Schritt wurden im K10plus alle Titel markiert, die nur dreimal oder seltener in einem Bundesland im Bestand sind. Die Selektionskriterien waren dabei die folgenden, hier mit Bezug auf Niedersachsen, zitiert von https://www.gbv.de/informationen/Verbundzentrale/04Projekte/ni-lastcopies:
In Nordrhein-Westfalen wurde mit ersten Planungen begonnen, auch hier ein LastCopies-Projekt umzusetzen. Wir haben am hbz mit ersten Auswertungen begonnen, sind aber unsicher, ob die Ergebnisse so stimmen können.
Sind hier Menschen, die mehr über die abgeschlossenen LastCopies-Projekte wissen oder sogar beteiligt waren? Vor allem interessiert uns:
Welcher Anteil des Gesamtbestandes aller WBs im jeweiligen Bundesland wurde am Ende mit einer entsprechenden Notiz im Pica3-Feld 4233versehen?
Herzlich willkommen im Forum, @JNeumann , und vielen Dank für den Link zu diesen aufschlussreichen Folien! Ich kopiere einmal einen Screentshot der beiden relevanten Folien hier hinein:
Das ist in der Tat sehr hoch. Wir haben kamen in einer ersten Auswertung für Nordrhein-Westfalen auf mehr als ein Drittel aller Titel, was wir für viel zu viel hielten. Die Informationen lassen uns das auf jeden Fall besser einordnen, so dass ich nun denke, es sind eher zu wenig.
Ich melde mich wieder, sobald wir uns mit den Zahlen einigermaßen sicher sind.
Die Zahlen in Baden-Württemberg und Niedersachsen beziehen sich auf die ausgewerteten Titel und nicht auf den Gesamtbestand der Titel im jeweiligen Bundesland. Vielleicht lässt sich die Differenz ein Stück weit dadurch erklären?
Mit „ausgewertet“ ist gemeint: Titel, die in dem Projekt auch als potenziell selten markiert würden, wenn sie nur in ein bis drei baden-württembergischen bzw. niedersächsischen Bibliotheken vorhanden wären. Alte Drucke bis einschließlich 1850, Zeitschriften, Nichtbuchmaterialien etc. sind in den Zahlen also nicht enthalten.
Richtig. Auch ist Folgendes zu berücksichtigen: Im hbz-Verbundkatalog sind auch die Bestände von 15 Bibliotheksstandorten in Rheinland-Pfalz, die nicht ausgewertet werden. Es müssten also schonmal alle Titel von der Gesamtmenge abgezogen werden, die nur Bestand in Rheinland-Pfalz haben, um den Anteil der NRW-LastCopies zu berechnen. Das hatte ich hier nicht gemacht, sondern bisher nur den Anteil an allen Verbundtiteln berechnet.
Wir werden das mal genauer auswerten und melden uns zurück, wenn wir mehr/bessere Zahlen haben.
Eine Anmerkung dazu. Wenn Bonner Institutsbibliotheken Bestände aussondern möchten oder müssen, übernimmt die ULB Bonn Bestände, die nach internen Kriterien als „NRW unikal“ gekennzeichnet werden. Dazu prüfe ich in lobid anhand der hbz-ID (also HT…), ob ein Buch im Bestand von bestimmten NRW-Bibliotheken ist. Die Liste enthält die ISILs von 45 Bibliotheken. Ist das Buch in einer dieser Bibliotheken vorhanden, würde die ULB es nicht übernehmen. Ist das Buch in keiner der Bibliotheken vorhanden, gilt es intern als „NRW unikal“ und die ULB übernimmt es in ihrer Funktion als Archivbibliothek. Das ist natürlich immer nur eine Momentaufnahme des aktuellen Bestandszenarios. Problematisch sind in diesem Verfahren, diejenigen Titel, deren ID mit TT… beginnt. Es handelt sich i.d.R. um maschinell eingespielte Titel aus älteren Datenbanksystemen z.B. Allegro. Oftmals gibt es in der Verbunddatenbank zu den TT-Titel, an dem nur eine oder sehr wenige Bibliotheken hängen, ein HT-Äquivalent, an dem mehrere Verbundbibliotheken hängen. Wir sind in unserer Abteilung dabei, für jede der 50 Bonner Institutsbibliotheken, den Anteil an TT-Titel zu reduzieren, indem wir systematisch nach HT-Äquivalenten in lobid suchen und die Bonner Lokaldaten dann umhängen.
Danke für den Hinweis, ich habe die Info mal in unserem internen Ticket ergänzt. Ihr übernehmt also selbst bereits Verantwortung für unikalen Bestand. Seit wann macht ihr das?
Das ist Interessant, danke. Die Anforderung im hbz wird es sein, dass nicht allein Unikate, sondern Bestände ab 3 über verschiedene Einrichtungen verteilt, bereits als zu sichernden Bestand vermerkt werden soll.
Eventuell für euch auch Interessant, die folgende Lobid Collection: lobid-resources - Ergebnisliste Sie ist aber noch Work in Progress und soll Titel markieren, die weniger als 3 Bestände haben. Die Zuordnung wird noch in den nächsten Wochen verbessert.
Das machen wir erst seit ein paar Monaten so. Aber, aktuell steigt das Aussonderungsvolumen bei den Institutsbibliotheken, weil diese entweder aufgelöst werden oder sie dazu übergehen, die Bibliothek als attraktiven Arbeitsplatz für Studenten zu gestalten und dazu benötigt man Platz. D.h., der Magazinplatz in der ULB ist auch begrenzt und wir werden voraussichtlich die Kriterien schärfer formulieren. Maßgeblich ist dann nicht mehr der NRW-Bestand, sondern die Nachweissituation im GVI. Wir haben das mal getestet und festgestellt, dass man aus dem GVI auch ganz gut die ISILs extrahieren kann, indem man mit der ISBN sucht oder über die Kombination mit Titel und Erscheinungsjahr. Damit kann man maschinell schon einige Vorarbeit in der Dublettenprüfung leisten, aber man muss das Ergebnis noch einmal intellektuell prüfen
Dazu noch zwei Nachfragen: Geht es nur um den Bestandsnachweis in irgendeiner Bibliothek? Ich würde den Bestandsnachweis in einer Universitätsbibliothek, die an der Fernleihe teilnimmt und i.d.R. andere Möglichkeiten der Bestandssicherung und -Pflege hat, anders bewerten als den Bestandsnachweis in einer Institutsbibliothek, die i.d.R. nicht an der Fernleihe teilnimmt. Wird es zu dem Last-Copy-Hinweis auch eine bibliothekspolitische Entscheidung geben, die die aktive Aussonderung „verbietet“ oder wird es sich nur um einen Hinweis oder eine Empfehlung handeln, diesen Bestand nicht auszusondern, weil es in NRW nur noch wenige Exemplare gibt? Wenn dies restriktiv gehandhabt wird, entsteht für diejenigen Bibliotheken, die ein Last-Copy-Exemplar haben, eine neue Archivfunktion.
Das sind gute Fragen, die wir - von Seiten lobids - aber aktuell nicht beantworten können.
Wir haben jetzt erstmal prototypisch versucht, die Titel in lobid resources zu markieren, die auch den Anforderungen der Projekte bwLastCopy und niLastCopy entsprechen, um erste Auswertungen machen zu können.