Nutzungsbeispiele von lobid-gnd & Reconciliation in Archiven

Nächste Woche werden wir in einem Treffen von Archivberater:innen im Rheinland die hbz-Dienste als GND-Regionalagentur präsentieren. Dabei übernehme ich den Teil zu lobid-gnd und der GND-Reconciliation-Schnittstelle.

Ich weiß, dass einige Archive in der Vergangenheit bereits von lobid-gnd und/oder der Reconciliation-Stelle profitiert haben: das Bauhaus Archiv, das Deutsche Literaturarchiv Marbach sowie das Landesarchiv Baden-Württemberg (das 2022 sogar zwei ausführliche Workshops zur Arbeit mit OpenRefine im Allgemeinen, inklusive einem Abschnitt zur Reconciliation veröffentlicht hat.) Es gibt auch noch die Handreichung für die erfolgreiche Nutzung von Tools zum Einsatz der GND im Archiv.

Es gibt also schon einiges an Handreichungen und Tutorials. Was mich interessieren würde, wären konkrete Anwendungsfälle oder Projekte, bei denen lobid-gnd oder die Reconciliation-Schnittstelle verwendet wurden. Leider konnte ich keinerlei entsprechende Erfahrungs- oder Entwicklungsberichte finden. Wenn da jemand mehr weiß, würde ich mich über Links oder Berichte freuen.

Hallo, vielleicht die Anfrage mal im https://archivforum.discoursehosting.net/ teilen? So als crossposting?

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Danke für den Hinweis, Angela! Ich bin dran, siehe Bitte um Höherstufung - Website-Feedback - ArchivForum

Im Landesarchiv Baden-Württemberg wurde der Reconciliation Service über Open Refine meines Wissens in zwei Projekten im Rahmen des Landeskundeportals LEO-BW verwendet, in denen Personendatenbanken erstellt wurden. In einem Fall ging es um die Opfer einer der ersten Deportationen von jüdischen Menschen in das Konzentrationslager Gurs in Vichy-Frankreich 1940. Das Projekt ging 2020, zum 80. Jahrestag der Deportation, online: https://www.leo-bw.de/themenmodul/juedisches-leben-im-suedwesten/gurs/einfuehrung

Ein anderes Projekt beschäftigte sich mit deutschen Soldaten, die im ersten Weltkrieg in und um einen eingestürzten Tunnel in Winterberg verwundet wurden oder ums Leben kamen: https://www.leo-bw.de/web/guest/themen/landesgeschichte/der-erste-weltkrieg/winterberg-tunnel/datenbank-und-biogramme

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Noch ein Nachtrag: Im Landesarchiv Baden-Württemberg wurden lobid-gnd und der Reconciliation Service des Weiteren bei einem Provenienzforschungsprojekt verwendet: Quellensammlung Provenienzforschung

Zum Projektkontext: Abschluss Projekt Provenienzforschung: Von Akten zur Onlinequellensammlung | Archivnachrichten

Technische Dokumentation des Projekts vgl.: Provenienzforschung | FDMLab@LABW

Tatsächlich ist die Arbeit mit der lobid-gnd Schnittstelle in OpenRefine so gut weggekapselt, dass sie sich zum einen ganz natürlich in die Workflows einbindet. Zum anderen aber gar nicht groß auffällt, wo denn die Daten eigentlich herkommen.

Das meint, dass ich einige Kolleginnen und Kollegen habe, die regelmäßig OpenRefine zum Datenabgleich mit der GND verwenden. Das dann aber meist ergänzend im Berufsalltag und nicht als bewusste Entscheidung à la “Ich verwende jetzt die lobid-gnd API für ein Projekt”.

Hier noch eine kleine auf der lobid-gnd API basierende Spielerei, die mir und Kolleginnen dabei geholfen hat und teilweise immer noch hilft uns bei den Sachbegriffen in der GND zu orientieren und entsprechende Grafiken für Präsentationen und/oder Diskussionen zu erstellen: Experimente mit Visualisierungen für Sachbegriffe in der GND | FDMLab@LABW

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Danke für die vielen Hinweise! Per E-Mail hatte @dwald mich auch noch auf die 7. Sitzung der AG „Archivische Erschließung mit der GND“ hingewiesen (IG Archiv | Veroeffentlichungen, Vortraege und Veranstaltungen - sta-community - Deutsche Nationalbibliothek - Wiki). Dort gab es die Präsentation „GND-gestützte archivische Erschließung in Arcinsys (Hessen)“ von Michael Höfel (Archiv der HochschuleDarmstadt), die auch sehr aufschlussreich ist. Sie stellt den Stand der Dinge in der Normdatenverknüpfung im Archivinformationssystem Arcinsys dar: https://doi.org/10.48444/h_docs-pub-590

Es wir klar, dass da noch viel Luft nach oben ist: Zum Beispiel gibt es momentan " keine Vorgaben zu Form und Felderwahl für GND-Referenzierung", in Darmstadt werden die Verknüpfungen als Hyperlink in einer Markup-Sprache händisch als Freitext eingegeben inklusive Ansetzungsform (die bei einer möglichen Änderung in der GND nicht automatisch angepasst wird). Da ließe sich z.B. mit einem Lookup auf die GND über die lobid-gnd-API einiges rausholen, um die Aufwände zu verringern und die Fehleranfälligkeit zu minimieren.

Das Treffen heute ist sehr gut gelaufen, nicht zuletzt aufgrund der vielen Hinweis, die ich als Antwort auf diesen Post bekommen hatte. Danke! So konnte ich mich sehr gut vorbereiten. Hier meine Folien: lobid-gnd & Reconciliation für Archive - HedgeDoc

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